Sturm auf Links

Auf der Suche nach einem Backup für die Linksverteidigerposition wurde GM Goldbrich jetzt fündig: 
Ilja Kandelaki!
Der Georgier, der bereits 82 mal für den SK Sturm auflief, war bereits als Testkandidat in Belek auf der Probe. 
Deckname: Oshchykpo. 
Wir haben mal wieder nachgefragt.


Herr Goldbrich, warum benötigte es eine derartige “Undercover Mission”?

„Nun, der Ilja ist ja kein unbekannter Spieler für uns. Er hat ja bereits für uns gespielt, auch der Franco kennt ihn sehr gut und wir wissen was wir an ihm hatten und auch haben. Wir wollten unsere Fans mit diesem Comeback einfach überraschen und da es niemandem auffiel, denke ich, haben wir auch alles richtig gemacht.“

Wie kamen Sie auf den Decknamen?

“Als wir unsere Scoutingsoftware einsetzten, stießen wir natürlich sofort auf Kandelaki, der unser Profil als
einziger Spieler zu 100% ausfüllte. Position, Erfahrung, Qualität in der Defensive, sowie auch spielgestalterische Elemente, wie etwa das schnelle Umschaltspiel – das waren unsere Augenmerke und die treffen auf ihn zu. Auf den Decknamen
kamen wir zufällig- unser Scoutingteam verfolgte im TV gerade die Ukraine Krise, als dieser Name bei einem Interviewten
eingeblendet wurde. Wir googelten den Namen und sahen, dass es sogar einen Linksverteidiger mit selben Namen gab und fanden, dass das einfach perfekt passte.”

Wie stehen Sie zu Iljas privatem Auftritt im sozialen Netzwerk Facebook? 

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“Der Franco und ich haben schon mit ihm gesprochen, dass sich das ändern muss.
Bei Candy Crush “haut er (Kandelaki, Anm.) uns imma eine” und allmählich nervt das. Aber es zeigt auch seine Qualität – Kreativität ist heutzutage auf den Außenbahnen auch wichtig. Und die erworbene Siegermentalität könnte der entscheidende Faktor im Kampf um Platz 2 sein. Nun sind wir für das Frühjahr gut aufgestellt”.

Kandelaki besaß noch einen bestehenden Vertrag bei Sioni Bolnisi (aktuell 14. der georgischen Liga),
wie sieht es da mit der Ablöse aus?

“Wir konnten uns mit den Verantwortlichen auf einen fairen Deal einigen. Auch unser Hauptsponsor
hat uns da unter die Arme gegriffen. Aber Sie werden verstehen, dass ich Details nicht preisgeben werde.”

Danke für das Gespräch.

SP

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Darko Bodul wechselt nicht zu Sturm

„möchte Sturm helfen“ Bodul

De Ex-Blackie und aktuelle Odense BK Spieler Darko Bodul kommt vorerst wohl nicht nach Graz zurück.
„Ich möchte Sturm helfen und das kann ich aktuell am besten, indem ich nicht zurück nach Graz kommen. Ich hoffe die Fans honorieren das, vielleicht klappt sogar ein Transfer zu einem anderen Bundesligisten, dann könnte ich doppelt helfen. Ich hatte in Graz eine schöne Zeit, die möchte ich nicht missen.
Jetzt kann ich Sturm so etwas zurückgeben“

Ein Wechsel zu Red Bull kommt für ihn aber nicht in Frage.

„Ich denke ich käme links im Angriff am besten zur Geltung. Die taktische Ausrichtung von Salzburg kommt mir da nicht so entgegen und Salzburg hat dort mit Sabitzer und Minamino schon 2 Spieler, die mich gut vertreten würden.
Außerdem brauche ich die Fans im Rücken zur Unterstützung, die hätte ich dort nicht.
Auch fände ich es schon toll, in der Championsleague zu spielen und ich denke auch, ich habe schon bewiesen, dass ich die Klasse dafür besitze. Das wäre mit Salzburg in naher Zukunft nicht möglich.
Deshalb vertraue ich Franco Foda, dass wir mindestens 2. werden, das ist ja unser Saisonziel. Bei erfolgreicher Qualifikation
komme ich sehr gerne nach Graz zurück. Am wichtigsten ist es aber, das Sturm jetzt gewinnt und Tore schießt – einer muss ja reingehen, oder?!“

Der Offensivallrounder wechselte 2011 an die Mur und erzielte insgesamt 15 Tore in 52 Spielen für die Grazer.
Nach seinen Leistungen in Graz wurde 2013 der Odense Boldklub (Dänemark, aktuell 10.) auf ihn aufmerksam, wo er bisher in 53 Spielen 9 Tore und 6 Assists aufweisen kann.

Autor: S

Taktikmesse

In der Taktikmesse wird in großen, unregelmäßigen Abständen ein unreflektierter Blick auf die 
Taktik Ideen aktueller und ehemaliger Trainergrößen der Blackies genommen - manchmal auch in Form eines
unkritischen, nie geführten Interviews - um die Gedanken dieser Götter in schwarz-weiß aufzuschlüsseln und dem 
Trainerschein losen, einfachen Fan von nebenan näher zu bringen.
Den Anfang macht diesmal Darko Milanic - Ein Kurzinterview, das kurz vor seinem Wechsel zu Leeds United niemals 
geführt wurde.

1-4-7

Wenn man mit Darko Milanic über Fussball spricht, so merkt man schnell: dieser Mann hat Visionen.
Er spricht von einem Offensivspektakel, wie es niederländische Fans in den besten Zeiten erleben durften.
Von Angriffspressing im gegnerischen 5 Meter Raum, von Flankenläufen zwischen Cornerfahne und Torpfosten.
Fragt man ihn nach seinem Wunschsystem, so packt er sein Klemmbrett aus und zeichnet eine völlig unbekannte,
weil neue Spielidee auf das vorgegebene Spielfeld.

„Herr Milanic, was ist ihre Idee von Fussball?“

„Ziel muss es sein, den Schiedsrichter in das Spiel zu Integrieren, ohne das dieser das Spiel aktiv beeinflusst“
(lächelt verschmitzt)

„Und wie soll das aussehen?“

„Ein 1-4-7. 1, das ist der Tormann. 4, das ist zuerst eine 3er Kette, von der Spielweise wie im 3-5-2 der 90er Jahre.
Viele Mannschaften spielen mit nur 1 oder 2 Stürmer, da braucht es nicht mehr Verteidiger.“

„Und wer ist der 4. Mann in dieser Dreierkette?“

„Das, das muss der Schiedsrichter sein. Die 3 Verteidiger und die 7 Offensiven müssen immer darauf bedacht sein,
den Schiedsrichter im Dreieck zu halten. So kann er als zusätzlicher Verteidiger agieren, ohne, dass er es merkt.
Diese Idee kam mir bei einer Partie Halma, als mein Gegner keine Figuren mehr in der Nähe hatte. (grinst dabei schelmisch) Die übrigen 7 Spieler wirbeln die gegnerische Abwehr auf. Stellen sie sich vor, auf ihr Team mit 4er Kette kommen 7 Spieler auf einmal entgegen, da haben sie im Normalfall keine Chance, das zu verteidigen.“

„Was aber, wenn der Gegner dennoch ein Tor erzielt, etwa über Standards?“

„Dann haben wir immer noch die Option, den Schiedsrichter näher zu decken und ihn eventuell zu Fall zu bringen.
Und außerdem gewinnt man Spiele sowieso, in dem man ein Tor mehr erzielt als der Gegner.“

Schiedsrichter verteidigt erfolgreich eine Aktion des Teams in Blau Foto: Tobias Tschapka
So oder so ähnlich soll das Aussehen: Schiedsrichter verteidigt erfolgreich eine Aktion des Teams in Blau
Foto: Tobias Tschapka

„Warum hält der SK Sturm aktuell, entgegen ihrer neuen Philosophie, vermehrt nach defensiven Mittelfeldspielern
ausschau?“

„Das müssen sie Herrn Goldbrich fragen. Ich mach nur die Aufstellung und die Trainings“.

Er trinkt seinen Hagebutten Tee aus und beendet das Gespräch mit einer Einladung:

„Kommen sie einmal zum Training vorbei, dann zeige ich ihnen, wie ich mir das vorstelle“


Leider konnte dieser Einladung nicht mehr gefolgt werden, kurz darauf verabschiedete sich der Erfolgscoach zu Leeds United

Das Interview führte der Autor mit sich selbst